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"Die EUphorie der Suderer"

Ein Café Europa mit Dipl.-Ing. Karl-Georg Doutlik

"Das ,Nein' in Irland sehe ich als letzten Anstoß für nationale Politiker, doch endlich die Leistungen des gemeinsamen Europa darzustellen", appellierte Doutlik energisch. 
"Das ,Nein' in Irland sehe ich als letzten Anstoß für nationale Politiker, doch endlich die Leistungen des gemeinsamen Europa darzustellen", appellierte Doutlik energisch.
Grosses Interesse beim Studiopublikum und bei hunderten ZuseherInnen im Internet. 
Grosses Interesse beim Studiopublikum und bei hunderten ZuseherInnen im Internet.

Im Café Europa, das wieder live im Internet übertragen wurde, war am Vormittag des 17. Juni 2008 der Vertreter der EU-Kommission in Österreich, Dipl.-Ing. Karl-Georg Doutlik zu Gast. Spannung war bereits im Vorfeld durch das "Nein" der Iren zum Reformvertrag von Lissabon garantiert, denn unter dem Titel „Die EUphorie der Suderer“ stand Doutlik den Zuseherinnen und Zusehern im Studio und auch den kritischen Fragen die per Internet-Chat gestellt wurden Rede und Antwort (siehe Video zum Download).

Gleich zum aktuellsten Punkt, dem "No to Lisbon" in Irland. Diese Entscheidung mache es schwierig, die von Bürgern ja verlangten Reformen zu einer schlankeren, schlagkräftigen Union zu erreichen; er, Doutlik, sehe sie aber nicht als Katastrophe, sondern vielmehr als Chance dafür, dass die nationalen Politiker ab sofort die gemeinsamen Leistungen Europas darstellen.

Ausführlich schilderte Doutlik seine Erfahrungen als EU-Kommunikator. Als er vor fünf Jahren begonnen hatte, wies der Eurobarometer in Österreich einen Tiefststand an EU-Zustimmung auf. "Es sind nach dem Referendum, wo fast zwei Drittel für die EU gestimmt hatten, so manche Dinge unter dem Teppich hervorgekommen, die man vor dem Beitritt drunter versteckt hatte", schilderte er bildhaft. Aber seit damals gehe es - wenn auch langsam - wieder bergauf. Ein Problem sieht er dabei nicht nur mit der Berichterstattung der Kronenzeitung sondern auch mit dem ORF. Dort heiße es immer: "wenn man Europa auf die Sendung draufschreibt, dann drehen die Zuseher ab." Sein Vorschlag dazu: Eine Infotainment-Show oder ein EU-Mythen-Quiz; also ein Europa, das Spass macht. So könnte auch unsere Medienlandschaft weg kommen von der Situation, wo - wenn was drüber kommt - nur die "bad news" in die Schlagzeilen finden. Und, so Doutlik, "wir können nicht alle paar Wochen Krankenschwestern aus Libyen befreien."

Aber dennoch: Als EU-Kommunikator sei er in Österreich nie mit faulen Eiern und Paradeisern beworfen worden. In vielen, vielen Diskussionen sei es immer wieder hart auf hart gegangen. Dabei habe er manchmal vorschlagen: schaffen wir die EU für eine Woche ab. Dann gibt es wieder Wartezeiten bei den Grenzen, teure Roaming-Tarife, Zollabfertigungen, keine EU-Führerscheine oder Fahrzeugpapiere. "Das ist für die Österreicherinnen und Österreicher so selbstverständlich geworden, dass wir es der EU nicht mehr zuordnen!"

Was Volksabstimmungen betrifft, hat Doutlik seine eigene Perspektive: Ein Gutteil der Nein-Quoten in Frankreich und in der Niederlanden schon hatte nichts mit dem Vertrag zu tun gehabt, sondern eher mit der nationalen Wirtschaft oder mit der Globalisierung. Ähnlich in Irland, wo eines der Hauptargumente der Lissabon-Gegner, nämlich der drohende Verlust eines EU-Kommissars, durch das "Nein" sogar um fünf Jahre früher zur Realität werden kann.

Publikumsfragen bezogen sich etwa auf ein "Europa der zwei Geschwindigkeiten". Doutlik: Da gebe es Beispiele in Legion: "Denken wir an den Euro, Schengen etc. Aber es stimmt: Geduld braucht's."

Zum Schluss breites Lob von Doutlik für neue Kommunikationsformen, wie das Café Europa. Das Internet sei ein europäisches Medium geworden, das wir unbedingt nützen müssen!

 

Moderation:

  • Mag. Ludwig Rader, Leiter der Europaabteilung des Landes Steiermark

Gast:


Videoarchiv

Als Streaming-Format wird Windows-Media bzw. MPEG eingesetzt.
Publikumsfragen wie "Kommt es zum Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten?" oder ... 
Publikumsfragen wie "Kommt es zum Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten?" oder ...
... Fragen nach der Rolle der Medien ... 
... Fragen nach der Rolle der Medien ...
... prägten die Diskussion im Studio und per Live-Chat. (Fotos: Land Steiermark / EuropeDirect 
... prägten die Diskussion im Studio und per Live-Chat. (Fotos: Land Steiermark / EuropeDirect
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