Öffnet Startseite Europa Steiermark

Südosteuropa-Akademie: Herbst-Auftakt zum Thema "Minderheiten"

Verschiedenste persönliche Aspekte aus dem Publikum ... 
Verschiedenste persönliche Aspekte aus dem Publikum ...
... und ein ebenso breites Spektrum zum Thema am Podium. 
... und ein ebenso breites Spektrum zum Thema am Podium.

„Alte und neue Minderheiten: ausgrenzen oder integrieren?“ – Diesem Thema widmete sich am Donnerstag, dem 19. Oktober 2006 die erste Veranstaltung der Reihe „Südosteuropa – Akademie Graz“ nach der Sommerpause. Am Podium und vom Publikum wurden dabei verschiedenste Aspekte angesprochen, die den Umfang des gewählten Themas unterstrichen und dabei zeigten, wie viele Bereiche betroffen oder verantwortlich sind. Eine Verschärfung der Asylgesetze werde – so stimmten alle überein – die Probleme nicht lösen. Für jene, denen Asyl zu gewähren ist, müssten begleitende Integrationsmaßnahmen – wie Sprachkurse und ein besserer Zugang zum Arbeitsmarkt – ausgebaut werden, hieß es.

Der Gastgeber, Univ.-Prof. Joseph Marko, Leiter des Kompetenzzentrums Südosteuropa an der Karl-Franzens-Universität Graz leitete zur Thematik ein: „Der Minderheitenschutz ist nicht in jedem europäischen Staat hinreichend, obwohl Mitgliedschaft in Europarat und die EU solche Verpflichtungen hinter sich zieht“. Die Diskussion konzentrierte sich dann aber auf „Neue Minderheiten“.  

Mathias Rohe vom Universität Erlangen-Nürnberg und Autor der Integrationsstudie des Innenministeriums versuchte zu Beginn den Begriff „Integration“ zu definieren – „von der Arbeitswelt bis zum Alltagsleben“. Robert Wychera, langjähriger Direktor im Raiffeisen-Geldsektor, stellte als zielführende Maßnahmen die Entwicklungsgenossenschaft „Oikocredit“ vor, die seit mehr als 30 Jahren geben „mikro-Kredite“ an Menschen in Ländern der Dritten Welt gewährt. Mit Budget einem Budget von 270 Millionen Euro, die sich durch Rückflüsse refinanzieren, sei dies eine der effizientesten Maßnahmen in der Entwicklungszusammenarbeit, die das (Über-)Leben in diesen Ländern erleichtere und so Migrationsströme wohl besser verhindere als verschärfte Einwanderungsbedingungen.

Die Situation der Migranten auf der lokalen Ebene präsentierte Vorsitzender des MigrantInnenbeirates der Stadt Graz, Kamdem Mou Poh à Hom „In Graz leben rund 40.000 Migranten und trotzdem gibt es kaum Strukturen, die helfen könnten“, meinte er.  

Während der Diskussion wurde oft auf das Problematik von Moslems in Europa angesprochen. „Der Wahlkampf-Slogan ‚Daham statt Islam’ war eine der schlimmsten politischen Äußerungen in der Geschichte Österreichs“ kommentierte etwa Univ.-Prof. Willibald Posch, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Graz.

Die nächste Diskussion im Rahmen der Südosteuropa – Akademie betrifft der Zukunft des Kosovo und findet am 16. November im „Grand Cafe im Hotel Wiesler statt.

Jakub Michalik

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).