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Südosteuropa-Akademie: Kosovo auf dem Weg zu Unabhängigkeit und Europäischer Integration?

Am Podium die Wissenschaftler Hoxhaj, Marko, Samardzic und Maurer 
Am Podium die Wissenschaftler Hoxhaj, Marko, Samardzic und Maurer
Im vollen Saal ... 
Im vollen Saal ...
... ein sehr interessiertes Publikum. 
... ein sehr interessiertes Publikum.

„Das Kosovo – auf dem Weg zu Unabhängigkeit und Europäischer Integration“ war der mit einem Fragezeichen versehene Titel der Südosteuropa-Akademie vom Donnerstag, 16. November im Grazer Grandhotel Wiesler. Vorneweg: das Fragezeichen blieb auch nach der Veranstaltung, gleichwohl die hochrangigen Diskutanten am Podium überaus sachlich an das heikle Thema herangingen.

Im Publikum vorwiegend interessierte Studentinnen und Studenten, einige Vertreter Serbiens sowie eine starke Abordnung der in Graz lebenden Kosovaren – beste Voraussetzung also für eine spannende und lebendige Diskussion. Der moderate Stil der Diskussionsführung durch Univ.-Prof. Dr. Joseph Marko ließ dann selbst dort, wo Emotionen anklangen, den Ausbruch derselben nicht zu. So konnten einige Kosovaren im Publikum mit Äußerungen von Slobodan Samardzic, dem Rechtsberater des serbischen Premiers Vojislav Koštunica, naturgemäß nicht übereinstimmen.Auf der anderen Seite hatte auch Enver Hoxhaj als Mitglied der kosovarischen Verhandlungsdelegation in Wien kein leichtes Spiel, wurde sein Beitrag doch vom serbischen Teil des Publikums wenig goutiert.

Mit Leopold Maurer fand die Europäische Union einen Kommissions-Repräsentanten auf dem Podium, der es verstand, weniger die belastende Vergangenheit in den Mittelpunkt zu stellen, sondern in erster Linie die zukunftsweisenden Maßnahmen zu erläutern: „Serbien muss einen konstruktiven Ansatz in Bezug auf den Kosovo verfolgen“, appellierte er und merkte unter anderem an, dass noch stärker als bisher die erfolgreiche Instrumente zur Stabilisierung eingesetzt werden. Bisher seien rund zwei Milliarden Euro aus EU-Mitteln eingesetzt worden.Wenn nach dem 21. Jänner die Wahlen über die Serbien geschlagen und das Paket im Sinne einer guten Zukunft umgesetzt werden könne, müsse klar sein, dass eine Reihe von Kriterien, ja Leitprinzipien, von allen Beteiligten eingehalten werden müssten:

  • Es dürfe keine Rückkehr in die Zeit vor 1999 geben.
  • Es müsse eine klare Regelung bezüglich des Minderheitenschutzes geben, die es einzuhalten gilt,
  • das kulturelle und religiöse Erbe ist von allen zu respektieren
  • regionale Sicherheit und Stabilität müsse gestärkt werden
  • die Multiethnizität dürfe nicht in Frage gestellt werden.
Die Rolle der EU brachte Leopold Maurer auf einen einfachen Nenner: „Wichtigste Aufgabe ist es, den Frieden zu sichern.“ Diesem habe „alles andere untergeordnet zu werden.“

Josef M. Bauer

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