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Seit EU-Beitritt: 31.500 mehr Frauen-Arbeitsplätze in der Steiermark

Die kürzlich veröffentlichte Regionalstatistik 2006 der Arbeiterkammer Steiermark liefert nun Wirtschaftsdaten über die zehn Jahre EU-Mitgliedschaft 1995-2005. Am Arbeitsmarkt, der 2005 den Rekordstand von 439.218 Beschäftigten aufwies, konnten vor allem Frauen profitieren: So gab es nach den AK-Berechnungen rund 31.505 mehr Frauenarbeitsplätze als zum EU-Beitritt (+ 20,0 %), während die Zahl der männlichen Beschäftigten praktisch unverändert blieb (+0,7%). Die Frauenquote erreichte mit 43,9 % einen neuen Höchststand. Nach neuen Export-Rekorden im vergangenen Jahr erwartet die Industrie durch den Beitritt Rumäniens und Bulgariens ein zusätzliches regionales Wirtschaftswachstum von rund 60 Millionen Euro pro Jahr, analysiert die Fachabteilung Europa und Außenbeziehungen des Landes Steiermark im Rahmen ihres EuropeDirect-Informations-Service.

Stärkstes Wirtschaftswachstum im Grenzland 

Nach Regionen hat die regionale Wirtschaftsleistung recht deutlich in der Ost-, Süd und Weststeiermark zugenommen: So war dort das Bruttoregionalprodukt laut AK-Statistik schon im Zeitraum 1995 bis 2003 um rund 38 Prozent (zu lfd. Preisen) gestiegen. Der Zuwachs übertraf damit deutlich die Werte des benachbarten Südburgenlands (+34), blieb aber hinter dem Rekordhalter Mittelburgenland (+49%) zurück. Freilich: Die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung lag dort weiterhin noch unter dem Österreich-Durchschnitt.

Neue Impulse durch Bulgarien und Rumänien

Seit 1. Jänner 2007 gehören Bulgarien und Rumänien zur EU. Damit setzt eine weitere wirtschaftliche Dynamik ein, die diese neuen EU-Mitgliedsstaaten für die steirischen Unternehmer interessant macht. Einige steirische Unternehmen haben den Fuß schon in der Türe - einige wollen in den kommenden Monaten Niederlassungen in Rumänien oder Bulgarien gründen. Der Impuls sei deutlich spürbar, heißt es in der Industriellenvereinigung in der Steiermark.  So war Österreich schon in den vergangenen Jahren auch in Rumänien Auslands-Investor Nr. 1 - die Wirtschaft will diese Position halten.

Beispielsweise die Weizer Knill Holding, ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern, investiert dort in ihre Kabelmaschinenherstellung. Das Verpackungsunternehmen Duropack wird künftig sein größtes Werk in Bulgarien betreiben. Böhler verfügt über eine klare Erweiterungsstrategie, ebenso auch die Andritz AGm die im Anlagenbau und auch im Energiebereich sehr erfolgreich tätig ist, wie IV-Sekretär Thomas Krautzer.

Wachstumsplus um 0,2 Prozent erwartet

Die Industriellenvereinigung rechnet mit einem Wachstumsplus um 0,2 Prozent für die steirische Wirtschaft durch den EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien. Bei einem Bruttoregionalprodukt von zuletzt rund 30 Milliarden Euro entspricht dies in absoluten Zahlen einem Zuwachs um 60 Millionen Euro. Dabei verlagern steirischen Unternehmen durchwegs nicht die heimischen Niederlassungen. Es werden "wirklich zusätzliche gegründet", heißt es in der Industrie.

Musterbeispiel Umwelt-Dienstleistungen wie Mülltrenn- und Entsorgungssysteme

Neben Finanzdienstleistern wie Banken und Versicherungen sehen

Beispielsweise Hans Roth baut derzeit mit seiner Firma Saubermacher in Rumänien und Bulgarien ein Mülltrenn- und Entsorgungssystem nach EU-Standard auf. Dafür sind in Rumänien derzeit 150 Mitarbeiter und in Bulgarien 50 Mitarbeiter beschäftigt. "Wir wollen einmal Partner für Städte und Gemeinden sein. Das heißt Abfallentsorgung, Logistik, das Sammeln der Abfälle, dann das Deponieren, das heißt Bau und Betrieb von Deponien, aber dann step by step. Auch die ganzen Dinge wie Wiederverwertung, Recycling, alles, was wir in Österreich machen, aber eben step by step", so Roth.

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