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Uraufführung EUROPA! EUROPA! - Die wahren Abenteuer sind im Kopf

Grazer "Theater im Bahnhof" dramatisiert den Lissabon-Vertrag

Das Grazer "Theater im Bahnhof" kann nicht nur auf "Heller'sche" Art posieren, es versucht auch Grundverträge - wie jenen von Lissabon - zu dramatisieren.
Das Grazer "Theater im Bahnhof" kann nicht nur auf "Heller'sche" Art posieren, es versucht auch Grundverträge - wie jenen von Lissabon - zu dramatisieren.© TiB

Graz (06.03.2009) - Ein ungewöhnliches Theaterexperiment hat am kommenden Mittwoch, dem 11.3.2009, im Grazer Orpheum seine Uraufführung: Sieben Schauspielerinnen und drei Schauspieler bringen den Lissabon-Vertrag auf die Bühne. "EUROPA! EUROPA!" - Dieser Titel soll an André Hellers "AFRIKA!" anlehnen. Statt "begnadeter Körper" erlebt man - so zeigte es ein Probenbesuch - "begnadete Gedanken und Ideen", wenn Vertrags-Passagen oder Grundsätze künstlerisch-intelektuell durchleuchtet werden. "Das Publikum ist eingeladen, sich mit diesem wichtigsten rechtlichen Rahmen zu beschäftigen, der eigentlich alle Europäerinnen und Europäer etwas angeht", betont Regisseur Ed. Hauswirth. Und sein Co-Regisseur Helmut Köpping fügt hinzu: "Es sollen auch Ängste abgebaut werden."

Gleich vorweg: Die Uraufführung am 11. März ist ausverkauft, für die weiteren Termine (18., 19., 24. und 25.3. jeweils im Grazer Orpheum um 20:00 Uhr) gibt es noch Karten.

Zum Stück: Der Schreiber dieser Zeilen will - vielleicht aus der Befangenheit des Öffentlichkeitsarbeiters in der Europa-Abteilung der Landesregierung - sich nicht anmaßen, nach dem Kurzbesuch bei einer Probe hier eine Kritik abzugeben. Nur so viel: Die Mitwirkenden haben zweifellos hart gearbeitet und eine gehörige Portion Kunsterfahrung, Ideen, gemeinsame und auch individuelle Ziele quasi auf die Bühne getragen, um daraus ein Kunstwerk zu schaffen. Die SchauspielerInnen, beide Regisseure und auch Maske, Ausstattung, Kostüm, Beleuchtung und Technik haben im Team auch noch so kleine Details ausgeklügelt, damit sie den Intentionen des Stücks entsprechen. Bei der Probe machte es den Eindruck, als wären es viele, viele kleine Puzzlesteine, die zu einem großen Kunstwerk zusammengefügt werden sollten, dass nun seine Uraufführung erleben wird.

Für jene, die es hier erwarten, dennoch eine Wertung: Als Mitarbeiter einer Europa-Abteilung und somit "professioneller Europäer" (der im Übrigen seine Arbeit recht gerne erledigt) erlebt man mit Freude, dass sich professionelle Schauspieler einmal - ebenfalls mit Freude - genau jenem Thema widmen, das man sonst in 1000en E-Mails und Dokumenten tagtäglich auf Bildschirm und Schreibtisch findet. Wo es immer wieder eine Herausforderung ist, aus den Dokumenten, Stellungnahmen und Beschlüssen jene Passagen herauszufinden und oft neu zu formulieren, so dass sie für eine "allgemeine Öffentlichkeit" zugänglich werden. 

Deshalb zum Schluss eine Behauptung: So intensiv wie die Mitglieder dieser Theatertruppe haben sich wohl nur ganz wenige "nicht-professionelle Europäer" mit dem Lissabon-Vertrag beschäftigt; dies gilt wohl für Graz wie auch für die ganze Steiermark, für Österreich und vielleicht sogar für ganz Europa. Deshalb wünschen wir recht kollegial "Hals und Beinbruch" und auf jeden Fall ein volles Haus - bei den Aufführungen in Graz genauso wie im "brut" in Wien und in den Kammerspielen Juta des Forum Freies Theater in Düsseldorf!

Johannes Steinbach / Fachabteilung Europa und Außenbeziehungen

=>  Theater im Bahnhof 

=>  Vorbericht im "Falter"

 

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