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GrazerInnen sprechen rund 150 verschiedene Sprachen

... und einige davon lernte man im GVB-Sprachenbus kennen

LINGUISTIC LANDSCAPE GRAZ

Was spricht Tschetschenien? © europe direct Stmk / JB
Was spricht Tschetschenien?
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Und wie hört sich Afghanistan an? © europe direct Stmk / JB
Und wie hört sich Afghanistan an?
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Und schließlich Chinesisch - spielend leicht! © europe direct Stmk / JB
Und schließlich Chinesisch - spielend leicht!
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Ein symbolisches Danke aus Tschetschenien. © europe direct Stmk / JB
Ein symbolisches Danke aus Tschetschenien.
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(Graz, 24.9.2010) - Graz hat nicht nur einen Bahnhof, sondern mehrere. Graz hat aber auch ein "Theater im Bahnhof" und dieses ist mindestens so lebendig wie alle Bahnhöfe zusammen. Das konnten mehrere Dutzend Gäste am Freitag Spätnachmittags live erleben, die mit dem "Sprachenbus" auf der Linie 31 unterwegs waren mit dem Ziel, alles andere als "Bahnhof" zu verstehen. Mehr als 150 verschiedene Muttersprachen beherrschen die in Graz Lebenden. Eine dieser Sprachen ist Kisuaheli, und diese brachte in der Gegend des Jakominiplatzes Magdaline Achieng den Fahrgästen nahe: Was mit einem Jambo - dem freundlichen "Hallo" - beginnt, endet zumeist unter permanentem Händeschütteln mit einem ebenso freundlichen Kwaheri. Allerdings zumeist erst nach dem Austausch der Befindlichkeiten aller nahen Verwandten, und das können sehr viele sein in Tansania oder in Kenia, und selbstverständlich mit dem Blick auf das Wetter und seine möglichen Auswirkungen auf die Ernte!

Nicht so viel anders ist es in den Berbergebieten Algeriens und Marokkos, wie die Gäste des Sprachenbus dann am Griesplatz erfuhren: Ma nwasch (Wie geht's?) und Al nemjisir (Auf Wiedersehen!) sind Standardfloskeln, die allerdings kaum ausreichen, um den Hunger zu stillen. Abdul Assini, erst seit wenigen Monaten in der Steiermark, ließ erkennen, dass Flucht stets ein tief einschneidendes traumatisierendes Erlebnis ist. Das bezeugte auch Sulichan Asueva aus Russlands Provinz Tschetschenien. Sie ist schon länger in Graz, hat sich gut eingelebt und wollte die Gelegenheit nutzen, sich bei Österreich mit einer netten Geste erkenntlich zu zeigen: "Als kleines Dankeschön für Eure Gastfreundschaft habe ich einen tschetschenischen Kuchen mitgebracht" - und dieser fand viel Anklang; nicht ein Bröserl bleib übrig.

Afghanistan ist ebenfalls eines der Länder, aus denen bedrängte und bedrohte Menschen auch zu uns kommen. Deren Sprache ist eine Verwandte des Persischen, des Farsi, und heißt Dari. Dari ist einfach: Name ma Sara hast heißt nix anderes als "Mein Name ist Sara", erklärte Frau Kondert und bima heißt Gebietskrankenkasse. Letzteres muss man aber nicht wirklich wissen, wenn man etwa nach Kabul reist ...

Einen linguistischen Blick auf unseren südlichen Nachbarn warf Susanne Weitlaner vom Pavelhaus, die mit jabolko (Apfel) und stajersko vino, mit mineralna voda und kruh (Brot) auf großes Echo stieß, das mit einem dober tek (Guten Appetit) sehr richtig beantwortet werden konnte und mit abschließender čokolada würdig endete.

Die sprichwörtlich angenehme und besonders umweltfreundliche - weil eh nicht vorhandene und somit keinerlei Energie fressende - Klimaanlage des 31er machte bei der Wirtschaftskammer eine Pause, die von Hong-Ling Yang in höchst agiler Lehrfreude genutzt wurde, um den Sprachhungrigen jede Scheu vor einem sinologischen Studium zu nehmen. Was ihr unter Einsatz ihres Charmes auf yi - èr - san (eins, zwei, drei) vollauf gelang.

Josef Bauer

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