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Auch ein Verein kann Städtepartnerschaften managen

EU-Projekt warnt vor möglichen Steuerfallen

Mag. Schober und Mag. Hofmann von der Grazer Treuhand zeigten die Möglichkeiten auf, EU-Förderungen auch mithilfe von Vereinen zu beantragen. © EuropeDirect Steiermark / JB
Mag. Schober und Mag. Hofmann von der Grazer Treuhand zeigten die Möglichkeiten auf, EU-Förderungen auch mithilfe von Vereinen zu beantragen.
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Dr. Georg Müllner, Obmann des Vereines "Auxilium", machte auf die Antragsfristen aufmerksam. © EuropeDirect Steiermark / JB
Dr. Georg Müllner, Obmann des Vereines "Auxilium", machte auf die Antragsfristen aufmerksam.
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StR Franz Sachernegg aus Voitsberg (Vorne rechts), StR aD Maxie Uray Frick aus Graz, Vertreter aus Turnau und Hartberg. © EuropeDirect Steiermark / JB
StR Franz Sachernegg aus Voitsberg (Vorne rechts), StR aD Maxie Uray Frick aus Graz, Vertreter aus Turnau und Hartberg.
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Graz (19. Mai 2011) - Dass es das Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" gibt, ist den meisten Gemeindepolitikern und Gemeindebediensteten bekannt. Auch, dass man um finanzielle EU-Unterstützungen für Partnerschaftsprojekte ansuchen kann. Dass dies auch für Vereine möglich ist, zeigte ein Seminar im Hotel Novapark auf. Allerdings: Hier gilt es noch akribischer vorzugehen; nur allzu leicht könnte der Vereinsvorstand in eine der - unter Umständen sehr teuren - Finanzsteuerfallen tappen. Dies gelte etwa dann, wenn das Prinzip der Gemeinnützigkeit nicht erfüllt werde oder wenn bei einem Vereinsfest mehr als  40.000 Euro Umsatz gemacht wird. Dann verliert unter Umständen der Verein das Recht auf Gemeinnützigkeit, teure Nachzahlungen wären die Folge, weil der Umsatzsteuersatz von zehn auf saftige 20% anschnellt.

 Georg Müllner, Obmann von Auxilium, wies in seiner Begrüßung auf die Möglichkeiten hin, für heuer noch Gelder zu lukrieren. Freilich müsse man schnell sein, die Einreichfrist endet am 1. Juni um 12.00 Uhr.

Von der Grazer Treuhand waren Mag. Erwin Schober und Mag. Wolfgang Hofmann eingeladen, den Interessierten das Wesen des Vereinsrechts zu erläutern. Die Kernbotschaft des Seminartages ist wohl die, dass nicht nur Gebietskörperschaften, sondern auch Vereine unter bestimmten Voraussetzungen als Antragsteller in Frage kommen. Partnertreffen und Projektabwicklungen können somit quasi aus dem Gemeindeamt ausgelagert werden. Besonders wichtig: Die Gemeinde gilt als eine von beiden notwendigen Personen, um einen solchen Verein zur partnerschaftspflege zu gründen. Die zweite Person darf weder im Gemeindevorstand noch im Gemeinderat vertreten sein. Im Zweifel müsse man sich am besten an die Vereinspolizei wenden.

Wenn alles glatt geht, dürfte sich die Teilnahme am Seminar für die Stadtgemeinde Voitsberg noch heuer auszahlen: "Am 6. November gibt es ein großes Treffen", kündigte Stadtrat Franz Sachernegg an, "zu dem alle Partnerstädte eingeladen werden." Im Rahmen dieses Meetings wird auch der "Große Bockbieranstich" gefeiert werden, der heuer ein rundes Jubiläum auf dem Fass-Buckl hat.

Als besonders interessant für Hartberg dürfte sich der Förderschwerpunkt der Bildung "thematischer Netzwerke zwischen Partnerstädten" erweisen, zumal die oststeirische Bezirksstadt im Netzwerk der "Citta Slow" exakt 111 Partnergemeinden hat. Turnau war ebenfalls vertreten und steht vor der Entscheidung, doch eine Partnerschaft mit einer Gemeinde im Ausland zu wagen.

Das EU-geförderte Projekt "Stamp to Europe" wird von deutschen und österreichischen Partnern getragen. Steiermärkischer Gemeindebund, EuropeDirect Steiermark und der Verein Auxilium arbeiten von Graz aus mit dem Städte- und Gemeindetag von Mecklenburg-Vorpommern und dem Verein INIT Developments Ltd. in Stettin zusammen.

Josef Bauer

 

Info über das Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger": http://eacea.ec.europa.eu/citizenship/programme/about_citizenship_de.php

Fachinfo zur Vereinsgründung: www.grazertreuhand.at

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