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Einblicke in die Medienmetropole Europas

Kleine Zeitung Korrespondent Stefan Winkler besuchte steirisches EuropeDirect Zentrum

Redakteur Stefan Winkler, Kleine Zeitung, lieferte einen Blick hinter die Kulissen des EU-Mediengetriebes. © Foto Europe Direct Steiermark / CS
Redakteur Stefan Winkler, Kleine Zeitung, lieferte einen Blick hinter die Kulissen des EU-Mediengetriebes.
© Foto Europe Direct Steiermark / CS
Das Interesse an der Europe-Direct Veranstaltung war trotz der Sommerhitze sehr groß. © Foto Europe Direct Steiermark / JB
Das Interesse an der Europe-Direct Veranstaltung war trotz der Sommerhitze sehr groß.
© Foto Europe Direct Steiermark / JB

Graz/Brüssel (14. Juli 2011) - Von wegen Sommerpause! Der Besprechungsraum der Europaabteilung am Grazer Burgring war fast zu klein, um allen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern Platz zu bieten, die gekommen waren, um mit Stefan Winkler, dem Brüssel-Korrespondenten der "Kleinen Zeitung", die aktuelle Situation rund um Euro und EU zu diskutieren.

Heidi Zikulnig, Leiterin des EuropeDirect Netzwerkes für die Steiermark, zeigte sich über den Besucherzustrom sichtlich erfreut. Ganz besonders auch deshalb, da ja die Grundstimmung wegen der Krise nicht gerade mit EU-phorie zu umschreiben ist. Und Redakteur Winkler (aktuell befasst mit einer brillanten Serie zum Hause Habsburg) nannte die Dinge auch gleich beim Namen. In der jetzigen krisenhaften Situation agiere die gesamte EU eher als Getriebene denn als Handelnde und die täglichen Mittagsbriefings seien immer mehr der "Versuch, die Hysterie der Märkte herunterzukühlen". Auch das habe dazu geführt, dass er in "vielen Dingen kritischer geworden" sei als zu Beginn seiner journalistischen Arbeit in der Europäischen Union.

Das Grunddilemma machte Winkler in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten aus – nicht in denen des langsameren und des schnelleren Wachstums so mancher EU-Länder, sondern: "Die Eliten in Politik und Verwaltung agieren viel zu schnell; die Bürger können diesem Tempo nicht folgen." Und das sei die Hauptursache für den Akzeptanzverlust, unter dem die EU leide. Als weiteres Negativum beobachte er zunehmend eine Kultur des "Eh scho wissen": Es reden zwar alle von Subsidiarität und es werde auch stets betont, dass jede Aufgabe auf der Ebene gelöst werden müsse, die dazu in der Lage sei, aber: "Zu oft tritt die Mentalität in den Vordergrund, dass man halt gerne in Brüssel sagt, was gut ist für den kleinen Mann." Das müsse sich ändern, Politik müsse viel stärker vor Ort stattfinden, damit sie (be)greifbar wird.

Dass der Tagesablauf eines Brüsselkorrespondenten manchmal sehr lang sein kann, erfuhr Winkler schon einige Male: Die wesentliche Ergebnisse von Krisensitzungen, die erst kurz vor Mitternacht endeten, sollten wenige Stunden danach mit der Kleinen Zeitung auf dem Frühstückstisch der Abonnentin in Frohnleiten und Graz sein. Da müssen die Tasten des Laptops noch kurz nach Mitternacht zum Glühen kommen ...

Neben der Kleinen Zeitung haben auch andere wichtige Tageszeitungen Österreichs zumindest eine/n journalistische/n MitarbeiterIn in Brüssel; für ORF und Austria Presse Agentur sind es je drei. Nicht vertreten ist die Krone.

Josef Bauer

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