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Der Blick der Türkei ist nach Europa gerichtet

Die Wirtschaft spürt, dass die Türkei ein Teil Europas ist

Landesrat Christian Buchmann mit dem den Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu © ICS

Graz/Istanbul (13.10.2011) Im Rahmen einer Delegationsreise unter der Führung des steirischen Landesrats für Wirtschaft, Europa und Kultur, fand ein Gespräch mit dem den Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu statt. Er sprach mit ihm über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Steiermark und der Türkei, aber insbesondere über Europa.

„Wir wollen ein Teil von Europa werden und verfolgen dieses Ziel - unser Blick ist nach Europa gerichtet", sprach der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, das Thema unmittelbar an. Buchmann erklärte, dass er die Verhandlungen mit großem Interesse verfolge und dass besonders während der Reise und bei den Besuchen in den Unternehmen spürbar ist, dass die Türkei ein Teil Europas ist.

Hüseyin Avni Mutlu ergänzte, dass aber die Wirtschaft sich unabhängig vom politischen Kurs annähern kann und dass in den letzten Jahren in der Türkei viele Gesetze so geändert worden sind, dass Investitionen ausländischer Unternehmen in der Türkei sicher sind. Die Türkei sei als Brückenkopf zum Kaukasus aber auch nach Asien in einer geografisch guten Lage, von der europäische Investoren profitieren können, so der Gouverneur.

„Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Türkei und Österreich bzw. der Steiermark sind gut. Ziel der Delegationsreise ist es, diese zu verstärken und auch zu informieren, welches Know-how die Steiermark zu bieten hat," so Buchmann.

Der türkische Markt ist für Österreich und die Steiermark ein wichtiger Zukunftsmarkt. 2010 hat die Steiermark Waren im Wert von 137 Millionen Euro in die Türkei exportiert und Waren aus der Türkei in der Höhe von 60 Millionen Euro importiert. Im Länderranking der Steiermark liegt die Türkei zwar nur an 20. Stelle, aber ein Branchenscreening des ICS hat ergeben, dass gerade der türkische Markt große Geschäftsmöglichkeiten für steirische Betriebe bietet. Ziel ist es, die Import- und Exportzahlen bis 2015 zu verdoppeln.

Die Herausforderung für steirische Unternehmen besteht darin, neue Nischen zu öffnen und auch für kleinere Unternehmen entsprechende Schienen für den Markteintritt in die Türkei zu legen. Vor diesem Hintergrund wurde die Standortreise nach Bursa und Istanbul vom 9. bis 13. Oktober 2011 geplant.
„Die Steiermark ist ein Exportbundesland und wir brauchen den Export. Jeder zweite Arbeitsplatz ist direkt vom Export abhängig, und die Steiermark erwirtschaftet die Hälfte ihrer Wertschöpfung von rund 35 Milliarden Euro pro Jahr im Ausland. Deshalb freue ich mich, dass das Interesse steirischer Betriebe an der Delegationsreise in die Türkei groß ist. Volkswirtschaftlich betrachtet ist die Türkei ein optimales Exportland für steirische Unternehmen: Wirtschaftswachstum von 8,9 Prozent, das türkische Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren (Österreich: 42 Jahre), die geographische Lage verbindet die zwei wichtigsten Exportkontinente", fasst Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann seine Erwartungen zusammen.

An der Türkei haben vor allem steirische Unternehmen aus dem Bereich Automotive, Architektur/Holzbau, Umwelt und Energie, Aus- und Weiterbildung, Landwirtschaft sowie Humantechnologie Interesse gezeigt, 23 Firmen nahmen an der Reise teil.

Die Delegation konzentrierte sich auf die Städte Bursa und Istanbul. Bursa ist mit 2 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt der Türkei, dort hat sich ein Zentrum der Automobilindustrie gebildet. Besucht wurden zB die Autoproduktionen von Fiat oder Peugeot, aber auch die Forschungsniederlassung der steirischen Motoren-High-Tech-Schmiede AVL auf dem Weg nach Istanbul. In Istanbul, einer Stadt mit 16 Millionen Einwohnern, konzentrierte sich die Delegation auf die Schwerpunkte Forschung- und Entwicklung, Architektur, Design, innovativen Holzbau und wirtschaftspolitische Kontakte, wie den Gouverneur von Istanbul und hochrangige Vertreter der Industrie- und Handelskammer Istanbul.

 

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