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Nationalbank-Experte Nauschnigg sieht Licht am griechischen Wirtschaftshorizont

Vortrag an der Pädagogischen Hochschule vor AHS-Lehrern

Mag. Nauschnigg von der Österreichischen Nationalbank verwies darauf, wie frühere Finanzkrisen bewältigt werden konnte und zog daraus Schlüsse für die Gegenwart. © EuropeDirect Steiermark/JB
Mag. Nauschnigg von der Österreichischen Nationalbank verwies darauf, wie frühere Finanzkrisen bewältigt werden konnte und zog daraus Schlüsse für die Gegenwart.
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Bernhard Kühr (li) präsentierte die EU-Homepage und machte darauf aufmerksam, dass diese tolles Material für den Unterricht bietet.Rechts: Andreas Schaffer von der ÖGfE © EuropeDirect Steiermark/JB
Bernhard Kühr (li) präsentierte die EU-Homepage und machte darauf aufmerksam, dass diese tolles Material für den Unterricht bietet.Rechts: Andreas Schaffer von der ÖGfE
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Am Nachmittag erläuterte Hannes Klug, wie die Steiermark EU-Fördermittel nutzt. © EuropeDirect Steiermark/JB
Am Nachmittag erläuterte Hannes Klug, wie die Steiermark EU-Fördermittel nutzt.
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Graz (17. Jänner 2012) -- Die derzeitige Finanzkrise hat ihre Ursachen und sie kam nicht überraschend. Eine Finanzkrise ist nichts Ungewöhnliches – es hat weltweit allein in den Jahren von 1970 bis 2007 mehr als 300 gegeben. Und: Griechenland, das eine "klassische Staatsschuldenkrise" bewältigen muss, hat eine kleine Chance, aus dem Sumpf herauszukommen – die Exporte steigen, Hellas' Wirtschaft erholt sich, zwar langsam, aber immerhin. Das alles und noch viel wirtschafts- und finanzpolitisches Wissen erfuhren Lehrerinnen und Lehrer bei einer Europatagung an der Pädagogischen Hochschule in Graz aus erster Hand.


Mag. Franz Nauschnigg, Abteilungsleiter der Österreichischen Nationalbank, sieht sein Tagesgeschäft in der intensiven Zusammenarbeit mit den internationalen Finanzorganisationen. Die Europäische Zentralbank, der Internationale Währungsfonds oder die zur Stabilisierung des Euro gegründeten Konstrukte bestimmen seinen beruflichen Alltag. Überaus kompetent weist er auf die unterschiedlichsten Finanz- und Staatskrisen von der holländischen Tulpenkrise angefangen über die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis zum Island-Crash in Folge der Pleite der Lehman Brothers und zum aktuellen Zusammenbruch der ungarischen Wirtschaft hin. Es sei immer mehr oder weniger gut gelungen, diese Krisen zu überwinden.

Freilich schwebte die große Frage im Vortragssaal, ob denn die ergriffenen Maßnahmen auch reichen würden. Nauschnigg hält mit Kritik nicht zurück und erklärt, dass so manche von Kanzlerin Merkel und Staatschef Sarkozy ergriffene Maßnahme in die Kategorie "Too little and too late" eingeordnet werden müsse. Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass es auch in Europa wieder aufwärts gehen werde. In Griechenland sei noch sehr viel zu tun. So könne es nicht sein, dass der größte Grundbesitzer am Peloponnes ex lege von der Steuer befreit sei, oder dass etwa eine Swimmingpoolsteuer von lediglich rund 300 Athenern entrichtet werde, wenn ein Blick auf Google-Earth klarmache, dass allein in dieser Region Tausende Swimmingpools existierten! Steuerdisziplin sei der erste Schritt zur Besserung und es sei gut, dass die EU diese auch konsequent einmahne.

Dennoch: Griechenland sei nur ein Teil der Krise. Es geht um viel mehr, es geht vor allem um sehr viel Geld. Wir erleben einen Kampf der Finanzgiganten. Die Big Player sind China, die USA, Großbanken und deren "Währungsexperten". Die größte Sorge des Finanzexperten: Es fehlen Größen wie Francois Mitterand oder Jacques Delors, die gemeinsam mit Helmuth Kohl vorgezeigt haben, wie Krisen zu bewältigen sind. Zögerlichkeit gehört jedenfalls nicht dazu ...

Josef Bauer

 

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