Fehring zeigt Europabewusstsein
Schülerinnen und Schüler begreifen Griechenland-Hilfe als notwendige Maßnahme
Fehring (14. März 2012) - Prächtiges Frühlingswetter, nette Lehrerinnen und Lehrer, ein freundlicher Direktor und hunderte von Schülerinnen und Schülern empfingen das "EuropeDirect-Team" des Landes, das in Sachen "EU in Schulen" unterwegs war, im südoststeirischen Fehring. Vier Klassen der Neuen Mittelschule Fehring mit insgesamt rund 80 hellwachen Jugendlichen waren gespannt auf die Ausführungen von Martina Spreitzhofer, der Europarechts-Expertin und von Josef Bauer, der vom Amt der Landesregierung gekommen war.
Dabei war an dem Tag ohnehin schon viel los: So hielt sich ein Team von "native speakern" aus England in der Schule auf, eine erste Klasse probte ein Theaterstück, eine Praktikantin hatte Inspektion, und dann fiel auch noch ein Monitor aus. Stress? Nicht bei Direktor Johann Wendler. Die Gelassenheit in Person managed er die Situation, seine Kolleginnen und Kollegen stehen ihm ohne viel Aufhebens hilfreich zur Seite. Und so hatten Martina Spreiitzhofer und Josef Bauer auch Gelegenheit zu einer Debatte mit einer der englischen Lehrerinnen. Sie zeigte sich überzeugt, dass die EU Griechenland geschadet habe ...
Eine Ansicht, die die Schüler der vierten Klassen (zumindest nach den Vorträgen des EU-Teams!) keineswegs teilen. Zu augenscheinlich sind die Gefahren und möglichen Folgen eines Zusammenbruchs der griechischenn Wirtschaft. "Was ist, wenn es in diesem Teil Europas zu einem blutigen Konflikt kommt?", wurde gefragt. Würde es etwa Flüchtlinge geben? Tausende, die wohin wohl gehen würden? In den Süden, nach Ägypten? Libyen? Oder doch nach Norden − nach Österreich und Deutschland?
"Wenn die besser gestellten Staaten jetzt helfen, erspart man sich dafür mögliche Kosten für die Reparatur der Kriegsfolgen", brachte es einer der Schüler nach dem Vortrag auf den Punkt.
Zuvor waren die − in zwei große Gruppen aufgeteilten − Schülerinnen und Schüler höchst aufmerksam, als ihnen Martina Spreitzhofer die Funktionsweise der Europäischen Union erläuterte und mit einem ganz einfachen Spiel deutlich machte, wie wichtig es ist, wenn man Spielregeln gemeinsam erarbeitet. Das Zusammenspiel von Europäischem Rat und der Kommission sowie mit dem Parlament der Europäischen Union und dem Rat, in dem die Fachminister der Mitgliedsländer mitbestimmen, ist den Jugendlichen nach diesen Europastunden viel verständlicher geworden.


