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Kulturbrücke ins Krisengebiet: 520 Bücher für Georgien

Fortsetzung der steirischen Hilfe trotz Kriegshandlungen

Symbolische Überreichung von der ersten von insgesamt 520 Büchern: Hofrat Mag. Ludwig Rader, Grambachs Bürgermeister DI. Dr. Peter Gspaltl, Berufsschullehrer Johann Hasenhüttl, Bezirkshauptmann DDr. Burkhard Thierrichter mit der Crew der AUA in Graz (v.r.n.l), Foto: Land Steiermark 
Symbolische Überreichung von der ersten von insgesamt 520 Büchern: Hofrat Mag. Ludwig Rader, Grambachs Bürgermeister DI. Dr. Peter Gspaltl, Berufsschullehrer Johann Hasenhüttl, Bezirkshauptmann DDr. Burkhard Thierrichter mit der Crew der AUA in Graz (v.r.n.l), Foto: Land Steiermark
Eine ungewöhnliche Luftfracht wurde heute (19. September) am Flughafen Graz in Richtung der georgischen Hauptstadt Tiflis verladen: 520 Bücher für eine Schule in der Region Telavi, nur rund 80 Kilometer vom Krisenherd in Gori entfernt. Diese Region ist seit zehn Jahren durch eine Partnerschaft mit dem Land Steiermark verbunden. Bei einem offiziellen Besuch durch Europa-Ausschussvorsitzenden LAbg. Erich Prattes und Europa-Abteilungsleiter Mag. Ludwig Rader im vergangenen Sommer hatte die Deutschlehrerin der Schule, Lela Ingriaschwili, auf den großen Bedarf hingewiesen. Der Aufruf fand in der Steiermark offene Ohren und Unterstützung von verschiedensten Seiten: Der Bezirkshauptmann von Graz-Umgebung, DDr. Burkhard Thierrichter, erinnerte sich an ein Angebot aus Grambach, wo in den vergangenen Monaten die Gemeinde-Bibliothek aufgelassen wurde. Bürgermeister DI. Dr. Peter Gspaltl, im "Zivilberuf" Umweltreferent im Büro von Landesrat Wegscheider, reagierte sofort und stellte die Werke zur Verfügung. "So haben unsere Bücher eine sinnvolle Verwendung", ist er überzeugt.

Seitens der Kulturabteilung des Landes sorgte Mag. Christa Eisner dafür, in jedem Buch eine Widmung des Landes Steiermark anzubringen. Berufsschullehrer Johann Hasenhüttl aus Graz-St. Peter, der im Rahmen einer Partnerschaft schon mehrfach mit steirischen Lehrlingen aus den Landesberuffschulen 4 und 5 zum Hilfseinsatz in Georgien war, erklärte sich bereit, den Transport zu organisieren und bis vor Ort zu begleiten. Unterstützung fand er bei der AUA, die als eine der wenigen Airlines aus Mitteleuropa regelmäßig die Hauptstadt Tiflis anfliegt; AUA-Chefin Eva Berger ist gleichzeitig Honorarkonsulin Österreichs in Georgien.

Übrigens: Die "Kulturbrücke" zwischen der Steiermark und Telawi war auch während der kriegerischen Auseinandersetzungen vor einigen Wochen nicht unterbrochen worden, als ein anderer Berufsschullehrer gerade drei PCs sowie andere Schulsachen nach Telawi transportierte. Die Deutschlehrerin der Schule, Lela Ingriaschwili, berichtete damals: "Es war wirklich ein Risiko nach Telawi zu fahren - aber sie haben trotzdem geholfen."

Graz, am 19. September 2008