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Steiermark ist Brücke auf Serbiens Weg nach Europa

Serbiens Staatspräsident Boris Tadić zu Besuch in der Steiermark

Präsident Tadić zu Gast bei LH Voves in der Grazer Burg © Foto Frankl
Präsident Tadić zu Gast bei LH Voves in der Grazer Burg
© Foto Frankl

Graz (26.5.2010) - Serbiens Staatspräsident Dr. Boris Tadić traf heute, Mittwoch, zu einem Arbeitsgespräch in äußerst freundschaftlicher Atmosphäre mit Landeshauptmann Mag. Franz Voves in der Grazer Burg zusammen. „Unsere Länder sind durch wirtschaftliche Beziehungen eng verbunden", unterstrich der Landeshauptmann nach dem Gespräch, bei dem er auch die Initiative zur Ausarbeitung einer EU-Makroregion "Alpen-Adria-Pannonia" vorstellte, die auch weitere Länder des Westbalkans einbeziehen soll. Präsident Tadić, der zuletzt im Jahr 2006 zu einem Kurzbesuch in der Steiermark war, hob seinerseits hervor, dass Serbiens Autonome Provinz Vojvodina bereits seit einigen Jahren eng in diese Kooperation eingebunden ist. Tadić, der sein Land als Teil der europäischen Familie sieht, über die EU-Makroregion: „In Serbien ist Regionalität derzeit ein heiß diskutiertes Thema, welches leider mit dem Irrglauben verbunden ist, dass es einen Staat schwächt. Ich werde das Projekt 'Alpen-Adria-Pannonia' auf jeden Fall unterstützen, da es ein großes Potential für unser Land darstellt", so der serbische Präsident.

Die Steiermark hat einen Spitzenplatz im Außenhandel mit Serbien, kennt die Bedeutung dieses Landes und nimmt deshalb gerne die Rolle einer „Brücke für die West-Balkan-Länder auf deren Weg nach Europa" ein, wie Voves betonte. Er regte an, dass unter Führung der EU eine Strategie für die Makroregion "Alpen-Adria-Pannonia" ausgearbeitet werde. Dazu wird bereits am 7. Juli 2010 ein "Treffen der Regionen" in Triest (Italien) stattfinden, um eine gemeinsame Linie festzulegen. Es geht darum, unter Federführung der Europäischen Kommission die Regionen der Westbalkan-Staaten in diese Zusammenarbeit frühzeitig einzubinden und so ein Bindeglied zwischen Adria- und Donauraum zu schaffen. „Ich hielte es für einen großen Fehler, wenn wir den europäischen Integrationsprozess - insbesondere was die Balkanstaaten bertrifft - stoppen würden. Dies ist schließlich eine großartige Chance für den zentraleuropäischen Raum", unterstrich Voves.

Anlass für den Steiermark-Besuch von Serbiens Präsident Tadić ist ein Vortrag, den er am Abend zum Thema „Serbien als Schlüsselland für die EU-Integration des West-Balkans" bei einer Veranstaltung der "Steiermärkischen Sparkasse" hält. Schon beim Treffen mit Landeshauptmann Voves bekräftigte er die klaren Bestrebungen seines Landes in Richtung Europäische Union. Deshalb habe Serbien im vergangenen Dezember den EU-Beitritt offiziell beantragt. Damals ist auch die Visa-Pflicht für den Schengen-Raum gefallen.

Österreich als wichtigster Wirtschaftspartner in Serbien

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Serbien und Österreich haben sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Die Steiermark exportierte zuletzt Waren im Wert von 77 Millionen Euro nach Serbien und importierte Waren in der Höhe von 39 Millionen Euro (2008). Mit einer Investitionssumme von mehr als zwei Milliarden Euro ist Österreich größter Investor in Serbien. An der Spitze stehen dabei Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen), Telekommunikation, die Erdölverarbeitung sowie auch die Bauwirtschaft. Weitere Chancen bieten sich aktuell in den Bereichen Industriemodernisierung, Infrastruktur, Energie, Umwelttechnik, KFZ-Zulieferindustrie, Beratungsdienstleistungen und bei Nahrungs- und Genussmitteln.

Im Rahmen des Zusammentreffens mit dem serbischen Staatspräsidenten kam es auch zu Gesprächen mit Vertretern der steirischen Wirtschaft, unter anderen WK-Präsident Ulfried Hainzl, IV-Chef Jochen Pildner-Steinburg, Steiermärkische-Vorstand Franz Kerber und Magna-Vorstand Hubert Hödl. 

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