Treffen mit montenegrinischem Vizepremierminister in Wien


Wien (25.03.2026). Im Rahmen seines mehrtägigen Wien-Aufenthaltes traf Filip Ivanović, montenegrinischer Vizepremierminister für Europa und Außenbeziehungen, auch Vertreter des Referates Europa und Internationales, um über eine künftig engere Kooperation zwischen Montenegro und der Steiermark zu sprechen. Schließlich sollen die bilateralen Beziehungen zur Jahresmitte im Zuge einer von Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom angeführten Steiermark-Delegation nach Podgorica vertieft werden. Neben der Unterzeichnung von politischen und wirtschaftlichen Memoranda of Understanding soll diese Delegation die direkte Vernetzung von Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Forschung ermöglichen.
Gerade vor dem Hintergrund des EU-Beitrittsprozesses, den die montenegrinische Regierung mit der engagierten Umsetzung von Reformen energisch vorantreibt, tun sich Kooperationsfelder für steirische Akteure aus Wirtschaft und Innovation, Wissenschaft und Forschung auf. Unter dem Motto „28by28" verfolgt Montenegro als Frontrunner unter den EU-Beitrittskandidaten das Ziel, die noch offenen Verhandlungskapiteln mit der Europäischen Union bis Ende dieses Jahres zu schließen und bis 2028 das 28. EU-Mitglied zu werden.
Im anschließenden von der Industriellenvereinigung moderierten Kamingespräch im „Haus der Industrie" zeigte Vizepremier Ivanović Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit österreichischen Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Tourismus, Abfallwirtschaft, Energie und Nachhaltigkeit auf. Er betonte außerdem, wie wichtig es sei, dass beide Seiten im Beitrittsprozess der Erfüllung ihrer Aufgaben nachkommen. Damit spielte er auf die konsequente Umsetzung von Reformen und Maßnahmen durch die montenegrinische Regierung, vor allem in Bezug auf Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung, ebenso an wie auf die von der EU in Aussicht gestellte schrittweise Integration auf Basis des so genannten „merit-based approach", an deren Ende eine Vollmitgliedschaft Montenegros stehen soll.
Ivanović verwies auf die durchwegs proeuropäische Haltung in seinem Land: Das gesamte Parteienspektrum in Regierung und Parlament sowie die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung - die Zustimmungswerte zu einem EU-Beitritt liegen regelmäßig zwischen 70 und 80 Prozent - sehen Montenegros Zukunft in der Europäischen Union. Gleichzeitig stellte er fest, dass seine Landsleute die Fortschritte in den Beitrittsverhandlungen aufmerksam verfolgen, Verzögerungen - zumal aus politischem Kalkül - würden sie indes als Enttäuschung empfinden, was sich in weiterer Folge auch in der proeuropäischen Gesamtstimmung niederschlagen könnte. Abgesehen davon sieht Ivanović für die EU selbst keine Alternative zur Erweiterung: „Würde die EU nicht mehr wachsen, käme das einem Verlust ihres ureigensten Wesens gleich."


