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Magna-Arbeitsstiftung als Musterprojekt des EU-Globalisierungsfonds

Steiermark präsentiert Best-Practice-Beispiel bei den Open Days in Brüssel

Expertinnen aus sieben Regionen stellten im Steiermark-Büro ihre Erfahrungen zum Thema "Soziales Europa" vor (von links): Moderator Denis Gartside (GB), Mario Kopljar (HR), Gabor Gyorffi (HU), Branislav Zacharides (Zilina, SK), Petra Draxl (AT), Merja Salminen (FI) und Vojvodinas Ministerpräsident Bojan Pajtic (SR), der den Workshop eröffnete. © Steiermark-Büro Brüssel / Wolfgang Dekeyser
Expertinnen aus sieben Regionen stellten im Steiermark-Büro ihre Erfahrungen zum Thema "Soziales Europa" vor (von links): Moderator Denis Gartside (GB), Mario Kopljar (HR), Gabor Gyorffi (HU), Branislav Zacharides (Zilina, SK), Petra Draxl (AT), Merja Salminen (FI) und Vojvodinas Ministerpräsident Bojan Pajtic (SR), der den Workshop eröffnete.
© Steiermark-Büro Brüssel / Wolfgang Dekeyser
Petra Draxl vom Sozialministerium: "Der Europäische Globalisierungsfonds ist ein wirkungsvolles Instrument, über Projekte müsste aber rascher entschieden werden." © Steiermark-Büro Brüssel / Wolfgang Dekeyser
Petra Draxl vom Sozialministerium: "Der Europäische Globalisierungsfonds ist ein wirkungsvolles Instrument, über Projekte müsste aber rascher entschieden werden."
© Steiermark-Büro Brüssel / Wolfgang Dekeyser

Brüssel/Graz (05.10.2010). -  Die so genannte steirische "Magna-Arbeitsstiftung", für die die Europäische Union 5,7 Millionen Euro bereitstellt, stand heute, Dienstag (05.10.210), an der Spitze einer Präsentation im Steiermark-Büro Brüssel, wo im Zuge der diesjährigen Open Days der Europäischen Regionen Fachthemen dargestellt werden. Unter dem Titel "After the crunch - how to counterpunch" - also "nach der Krise - wie soll man gegensteuern" organisierte dort die Steiermark gemeinsam mit sechs Partnern einen Workshop, der dem Schwerpunkt "Soziales Europa" gewidmet war. Mit diesem Aspekt wird sich - entsprechend dem heurigen EU-Jahr zur "Bekämpfung der Armut und sozialen Ausgrenzung" am 21. Oktober 2010 in Graz eine "Open Days Regionalveranstaltung" mit dem Thema "Die Zwillinge Armut und Behinderung"  beschäftigen.

Als Expertin aus Österreich berichtete Petra Draxl aus dem Sozialministerium (BMSUK) über praktische Erfahrungen mit dem EU-Globalisierungsfonds bei dem steirischen Projekt, das übrigens bisher das einzige in Österreich ist: "Für ein Land wie Österreich sind 500 Arbeitslose im steirischen Automobilsektor ein großes Problem, der Europäische Globalisierungsfonds konnte da echt helfen", sagte sie. Dabei lobte sie: Die Teilnehmer an den Arbeitsstiftungen können so ihre Ausbildung abschließen und sich höher qualifizieren. Gleichzeitig brachte sie aber auch deutliche Kritik vor: Die Abwicklung dauert zu lange. "Die Arbeitslosen wollen am ersten Tag wissen, ob sie an einer Stiftung teilnehmen können; die Abwicklung in Brüssel dauert aber sechs bis zwölf Monate." De-facto Vorraussetzung für ein EGF-Projekt sei deshalb die Möglichkeit, dass im Nationalstaat eine (Vor-)Finanzierung aufgestellt werden kann. "Wir waren in der glücklichen Lage, dass wir sofort mit den Maßnahmen beginnen konnten, schon lange bevor ,grünes Licht' aus Brüssel eingetroffen war", betonte sie. So wurde die EU-Kofinanzierung von 5,7
Millionen Euro erst im November 2009 bewilligt, sie betrifft aber Maßnahmen von September 2008 bis Juni 2011. Draxls Resümee zum EGF, der EU-weit mit jährlich bis zu 500 Millionen Euro dotiert werden kann: "Eine grundsätzlich wirkungsvolle Einrichtung, die Entscheidungen sollten aber schneller fallen können!"

462 Ex-Autoarbeiter in weststeirischen Arbeitsstiftungen  

Derzeit nehmen 462 arbeitslose Menschen an Arbeitsstiftungen teil, die von der WOV (Wirtschaftsoffensive Voitsberg) getragen werden. Der Großteil, nämlich knapp 300 Arbeiter, war bei Magna Steyr beschäftigt. Darüber hinaus wird Ex-Arbeitern aus mehr als einem Dutzend weiterer Betriebe dort eine Qualifizierung ermöglicht: Jeweils 10 bis 50 kommen von Epcos, Lear, Kendrion, Johnson Controls und Arcelor Mittal, die restlichen (jeweils weniger als zehn Ex-Mitarbeiter) von sieben weiteren Unternehmen. Von den bei der EU eingereichten 400 Stiftungsplätzen wurden bislang 250 in Anspruch genommen. Die Europäische Union übernimmt dabei 65 Prozent der Kosten.

Bei den "Zielberufen" stehen Technik-Abschlüsse an der Spitze: Mehr als hundert Teilnehmerinnen streben HTL-Abschlüsse an, je 17 wollen Werkmeister- bzw. Meisterprüfungen ablegen; weitere 66 absolvieren sonstige technische Ausbildungen wie Zerspanungstechniker, Schweißer oder Mechatroniker. Auch Berufe im Handel und im Gesundheitssektor sind gefragt. Für insgesamt 27 Teilnehmer werden universitäre Ausbildungen unterstützt - quer durch alle Fakultäten und Studienrichtungen.

=> Externe Verknüpfung Handout Globalisierungsfonds (Petra Draxl)

=> Externe Verknüpfung Open Days 2010 - Woche der europäischen Regionen und Städte in Brüssel


An den Open Days - der größen jährlichen Präsentation von Europas Regionen in Brüssel - nehmen heuer mehr als 6000 Fachleute aus ganz Europa teil.

Als Regionale Veranstaltung organisieren die Gleichbehandlungsbeauftragte, der Behindertenanwalt sowie die Fachabteilung Europa und Außenbeziehungen der Landesverwaltung in Graz eine

Podiumsdiskussion "Die Zwillinge Behinderung und Armut"
21. Oktober 2010 um 17:00 Uhr - Steiermärkischer Blinden- und Sehbehindertenverband, Graz



Zusammenfassung der Open Days 2010 (Quelle: EU-Ausschuss der Regionen)
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