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SOLICRIS-Auftaktkonferenz: "Terror geht uns alle an"

Katastrophenschutz und BürgerInnenbeteiligung

Beginn:
17.05.2018, 10:00 Uhr
Termine-Arten:
Lernen & Wissen
Anmeldung:
Die Anmeldefrist ist abgelaufen.
Hinweis:
Teilnahme frei, Online-Anmeldung hier erforderlich!
Ort:
Europäisches Fremdsprachenzentrum
Nikolaiplatz 4
8020  Graz
Anfahrt:
Interaktive Landkarte 
Veranstalter:
Land Steiermark, Referat Europa und Außenbeziehungen
Ansprechperson: Mag. Christa Eisner
Tel: 0676 8666 7993
E-Mail: solicris@stmk.gv.at
Web: http://www.solicris.eu/

Solidarität zwischen Städten und Regionen aus sieben Staaten

Graz (17.5.2018). Das Schwerpunktthema "Terror geht uns alle an" stand heute, Donnerstag (17. Mai 2018) in Graz im Mittelpunkt der internationalen Auftaktkonferenz des EU-Projekts "Solidarität in Krisenzeiten" (SOLICRIS), das vom Land Steiermark als Lead-Partner durchgeführt wird.

Die Vorträge zeigten, dass einerseits neuen Terrorszenarien wie etwa Cyber-Crime zunehmemd Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse. Andererseits wird es gerade in unserer Informationsgesellschaft immer wichtiger, sowohl den engstem Umfeld von Terroropfern als auch der breiten Bevölkerung eine professionelle Betreuung anzubieten. "Dies hat die Amokfahrt in Graz vor zwei Jahren deutlich gezeigt, als viele Menschen in unserer Landeshauptstadt quasi traumatisiert waren", unterstrich die Projektinitiatorin Christa Eisner vom Referat Europa und Außenbeziehungen des Landes Steiermark zur Eröffnung der Konferenz.

Am Projekt, das im vergangenen Jahr in der Förderungsschiene „Demokratisches Engagement und Bürgerbeteiligung" des EU-Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger" im Spitzenfeld stand und als einziges aus Österreich eingereichtes Vorhaben (mit insgesamt 145.000 Euro) unterstützt wird, sind sieben Regionen bzw. Städte aus verschiedenen Ländern beteiligt. Sie werden werden in den nächsten zwei Jahren verschiedene Krisenszenario beleuchten. 

Dazu werden bis Ende des Jahres 2019 in den Partnerregionen Workshops stattfinden, zu denen Verantwortungsträger und interessierte Menschen aus öffentlichen Einrichtungen und Organisationen, Einsatzkräfte sowie auch Ehrenamtliche bzw. interessierte und engagierte Menschen aus zivilgesellschaftlichen Initiativen eingeladen werden, die sich mit Katastrophenhilfe, Sicherheit und vor allem auch mit BürgerInnenbeteiligung auseinandersetzen. 

Workshop-Themen

Die Abschlusskonferenz zum Thema "Blackout" wird im Jänner 2020 in Graz stattfinden.

Projektkoordination: Externe Verknüpfung Georg Müllner, Verein Auxilium


Hochrangige Experten zum Thema Terror und Katastrophenschutz

Anlass für dieses Projekt war die Tatsache, dass - gewachsen aus der langen steirischen Tradition der Vereinsarbeit in Gemeinden von Jugendjahren an - sehr viel Ehrenamtlichkeit gegeben ist, die in anderen Staaten der Welt kaum so umgesetzt wird. Erst recht bei großen unerwarteten Krisen braucht es zur Unterstützung von Heer und Polizei oftmals gut koordiniertes Zusammenwirken der Einsatzorganisationen und der Bevölkerung. Mittlerweile haben Krisen und Katastrophen ein Ausmaß, dass länderübergreifendes Zusammenarbeiten unumgänglich macht.

Bei der Auftaktkonferenz untermauerte Brigadegeneral Alois HIRSCHMUGL die Notwendigkeit einer weltweiten Solidarität bei der Bewältigung von Krisen durch seine persönlichen Erfahrungen bei zahlreichen internationalen Einsätze, die im Rahmen der Vereinten Nationen, der Nato und der UNO erfolgt waren. Dazu zählen eine Flutkatastrophen in Mosambik, Bangladesch und Pakistan, Erdbeben in Algerien, Iran und Indonesien, der Tsunami in Südostasien sowie auch Explosionskatastrophen in Albanien und auf Zypern. "Humanitäre Hilfe, das gegenseitige Eintreten bei Katastrophen ist über Staaten und Religionen hinweg essentiell", unterstrich er.

Mehr "vernetztes Denken und Agieren" empfahl Oberst Anton DENGG vom Verteidigungsministerium als Antwort auf die zunehmend neuen Formen des Terrors und Cybercrimes, die eine komplexen Problematik darstellen. So wäre eine einheitliche rechtliche Definition von „Terrorismus" dringend erforderlich. Mittlerweile gehe es längst nicht mehr um physische Straftaten sondern um psychologische und wirtschafts- bzw. demokratiegefährdende Versionen von Terrorattacken. Deshalb müssten "alle in der EU dringend die Terrorismusmaßnahmen nachschärfen."

Dem "Kriseninterventionsteam - KIT" des Landes Steiermark war einer der beiden Workshops gewidmet. Cornelia Forstner aus der Katastrophenschutzabteilung des Landes Steiermark skizzierte die Entstehung dieser Einrichtung sowie deren gesetzlichen Grundlagen, die ein beispielhaftes Ehrenamtlichenmangement geschaffen haben, wo Freiwillige "gern mitwirken und bei ihren Einsätzen als Laien sowohl gut ausgebildet als auch gut betreut bleiben."

Der IT-Sicherheits und Cyber-Terrorexperte Gerald Kortschak warnte in seinem Statement eindringlich vor den neuen Formen des Terrors mit Viren, Bakterien, Drohnen und insbesondere vor Cyberattacken durch Hacker. "Immer noch gehen Menschen zu leichtfertig mit ihren sozialen Medien um, das schwächste Mitglied eines Unternehmens schleppt PC-Viren ein", betonte er. Betriebe und öffentliche Einrichtungen können dadurch lahmgelegt, Wahlen manipuliert, und Behörden ausgespitzelt werden. Daher sei die Geheimhaltung von Wasser- und Stromnetzen oberstes Gebot. Die Menschen sollen deshalb eigentlich vor dem Einschalten ihrer PCs, Tablets oder Mobiltelefons "genauso gut über Sicherheitserfordernisse vorinformiert werden wie Fahrschüler, die sich zum ersten Mal an das Lenkrat eines PS-starken Autos setzen wollen", verglich der Experte. Inhaltlich detaillierter wurde am Nachmittag in Gruppen zu diesen Themen Bezug genommen und die Erfahrungen mit den Partnerregionen ausgetauscht.

Weitere Informationen:
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=> Externe Verknüpfung Agenda for download (EN)
=> Externe Verknüpfung solicris.eu
=> Externe Verknüpfung facebook.com/solicris.eu

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