Die Steiermark berichtet als Region im Europäischen Parlament zum Thema Bildung

Im  CULT-Ausschuss des Europäischen Parlaments ging es heute u.a. auch um die Bildungszukunft in Europa. Die Vorsitzende Sabine Verheyen (D/EPP) lud dazu erstmals regionale Vertreter*innen ein, um ihre Erwartungen an die Europäische Ebene zur Umsetzung eines gemeinsamen Europäischen Bildungsraumes kennen zu lernen.

Unter der Initiative der Steiermark wurden zusammen mit den Regionen Sachsen (D), Bourgogne und Cote d'Azur in Frankreich, nicht nur die eigenen Bildungsschwerpunkte vorgestellt, sondern vor allem auf die Umsetzung über-regionaler Kooperationen in allen Bildungsbereiche eingegangen. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation in der Aus- und Fortbildung der Berufsschulen von Sachsen und der Steiermark in der Holz- und Waldwirtschaft, um die Attraktivität dieser Berufe wieder zu erhöhen.

Ein entsprechendes Rahmenabkommen zur Bildungs-Zusammenarbeit hat die Steiermark auch mit der Region Cote d'Azur, in dem es vor allem um Job-shadowing und den regelmäßigen Austausch von Pädagog*innen geht.

Heute wurde vor allem die Frage diskutiert, wie ein Europäischer Bildungs Raum systematisch in den Mitgliedsländern, die jeweils für ihre Bildungspolitik eigenverantwortlich  zuständig sind und in denen das Bildungsniveau und auch die Aus- und Weiterbildungsangebote für Pädagog*innen sehr unterschiedlich sind, umgesetzt werden kann.

Alle Teilnehmer*innen an der Veranstaltung betonten, dass sie sich der Rolle der regionalen Akteure zur Umsetzung bewusst sind und eine dementsprechende Koordinierung, mit einheitlichen Standards, Zielen und Prioritätensetzungen sowie eine Ausweitung der Finanzierungsprogramme der EU zur Erreichung eines „Europäischen Mehrwertes in der Bildung" notwendig sind.

Ebenso bestand Übereinstimmung darin, dass die Erwachsenenbildung stärker als bisher in einem Europäischen Bildungs Raum zu berücksichtigen und eine unkomplizierte gegenseitige Anerkennung von Schul- und Studienabschlüssen in der EU ehest bald unverzichtbar ist. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Schule und die IT-Kompetenzen von Schüler*innen und Pädagog*innen müssten stärker in den Focus rücken.

Sabine Verheyen gab zuletzt ein „realisitsches Bild", indem sie meinte, dass es wohl nicht möglich sei einen Europäischen Bildungsraum bis 2025 umzusetzen und noch viele gemeinsame Schritte in der Bildungspolitik durch die Mitgliedsstaaten der EU und Einzelprojekte engagierter Pädagog*innen nötig sind, um dem von der Europäischen Kommission gesetzten Ziel näher zu kommen.

Der Vertreter der Europäische Kommission zählte 3 Punkte auf, an denen zur Zeit gearbeitet wird:

1.) die Dynamik für Lehrende und Studierende bei Mobilitäten weiter zu stärken (im aktuellen Regierungsbericht hat Frankreichs Präsident E. Macron, der derzeit auch dem Rat der Europäischen Union vorsitzt, eine 100%-ige  systematisch aufgebaute und infrastrukturell unterstützte Verbindung aller Bildungseinrichtungen in Frankreich mit Bildungseinrichtungen in den europäischen Mitgliedsländern angekündigt).

2.) Auf einen Ausgleich des Haltens akademischer Intelligenz in Europa durch die Intensivierung der Europäischen Universitätsinitiative mit der gleichzeitigen Verknüpfung anderer Bildungsangebote und der Wirtschaft zu achten.

3.) Investitionen in die regionale und lokale Bildung weiter zu stärken. Dazu soll Ende 2021 von der Europäischen Kommission ein neuer Vorschlag für ein Investitionsprogramm vorgelegt werden. Derzeit werden über Next Generation Europe 15 Mio Euro seitens der EU in die Bildungssysteme der Mitgliedsstaaten investiert und Erasmus+ wurde mit 3,9 Milliarden Euro für 2022 nochmals aufgestockt.

 Link zur gemeinsamen Präsentation der vier Regionen:

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